|
Qi Gong, Chi Kung, Qigong
In den klassischen Übersetzungen wird den Worten
Qi (gesprochen. "tschi") = Lebensenergie, Lebenskraft (feinstofflich, Atem) und Gong (gesprochen. "gong") = arbeiten (Fähigkeit, Können)
zugesprochen. Diese beiden Schriftzeichen lassen noch viele Bedeutungen und Diskussionen zu. Für Chinesen ist Qi Gong ein fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die theoretischen Grundlagen und die praktischen Anleitungen zwischen Qi Gong und TCM sind übereinstimmend. "Qi Gong vertritt die wesentliche Essenz der TCM für die aktive Behandlung und die Selbstheilung" so die Aussage eines chinesischen Professors und Qi Gong Gelehrten.
Qi Gong Übungen liegen allem Zugrunde. Neben reinen Qi Gong Kursen finden auch im Tai Chi Chuan Unterricht anfänglich Übungen aus dem Qi Gong statt. "Qi Gong - das ist so was wie Yoga?" oder "Qi Gong ist eine Atemtechnik." so oder ähnlich sind die Antworten auf die Frage was ist Qi Gong? Weder das Eine noch das Andere beschreiben Qi Gong.
Das bedeutet Qi Gong ist keine für sich stehende Übungsmethode oder separates gymnastisches System oder die Summe zahlreicher Übungen wie Yoga. Diese vernachlässigen die essentielle Bedeutung und die wichtige Stellung des Qi Gong innerhalb der TCM.
Erst in neuester Zeit wurden in China Schriftstücke gefunden, deren Alter auf ca. 800 v. Chri. datiert werden. Sie zeigen Menschen bei Übungen zum Führen des Atems und zum Dehnen des Körpers. In einem der ältesten überlieferten Werke der klassischen chinesischen Medizin aus der Zeit ca. 2500 v. Chr. finden sich erste Hinweise auf Körperübungen zur Erhaltung der Gesundheit (Huang Di - Der gelbe Kaiser).
Qi Gong ist neben der Akupunktur eine der fünf Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin, nach der Qi in einem System von Leitbahnen (= Meridianen) im Körper strömt. Das regelmäßige Praktizieren bestimmter Übungen (chin. = Gong) soll die Lebensenergie (chin. = Qi) frei fließen lassen und den Körper gesund erhalten. Der freie Fluss des Qi ist die Grundlage für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden
Formen des Qi Gong Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Richtungen des Qi Gong. Darunter Praktiken aus der Richtung des Buddhismus und Praktiken aus der Richtung des Daoismus. (Insgesamt wurden über 1000 verschiedene Richtungen beim Forschungsinstitut für Qi Gong in Peking angemeldet, von denen allerdings nur etwa 100 anerkannt wurden.)
Qi Gong wird erst dann zu Qi Gong, wenn wenigstens zwei von vier Komponenten sich zu einer Einheit in der Übung verbinden:
- Entspannung
- Ruhe
- Natürlichkeit
- Bewegung
- Atmung
- mentale Vorstellung
- Ton
Im Daoismus wird Waidan, das äußere Elixier, zu den Bewegungsübungen und Kampfkünsten gerechnet. Dazu gehört auch Taijiquan. Neidan, das innere Elixier, bezeichnet Atemübungen und innere (meditative und konzentrative) Qi Gong-Übungen. Innerhalb des Neidan gibt es noch Unterscheidung
- zwischen Übungen mit Bewegung oder in bestimmten Körperhaltungen
- Übungen des Nährens des Qi
- Qi Gong-Massage
- medizinischem Qi Gong und
- Heilmethoden mit Qi.
Konfuzius: "Etwas lernen und sich immer wieder darin üben - schafft das nicht auch Befriedigung?"
|